Welche Probleme hat World of Warcraft momentan?

World of Warcraft verliert momentan stetig Abonnenten. Ich versuche in diesem Artikel zu ergründen, warum das so ist und was WoW vielleicht fehlen könnte. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass der nun folgende Text einzig und allein meine eigene Meinung ist. Falls ihr also anderer Meinung seid, diskutiert gerne mit mir darüber.

Man kennt die üblichen Sprüche wie „Früher war alles besser“ und es ist bekannt, dass dieses Empfinden darauf beruht, dass einem nur die guten Ereignisse im Gedächtnis bleiben und die Vergangenheit so schöner darstellen als sie eigentlich war. Wenn ich das ganze allerdings auf World of Warcraft beziehe, stelle ich immer wieder fest, dass das Spiel mir früher besser gefallen hat als heute. Das heißt nicht, dass ich es heute schlecht finde, nur dass ich früher mehr Zeit im Spiel verbracht habe (ob das nun besser ist oder nicht, muss jeder selbst entscheiden^^).

CataclysmlogoAls kleines Beispiel: Während der Erweiterung „Cataclysm“ hatte ich ca. 6 Charaktere auf der Maximalstufe. Heute ist nur mein Main auf Level 100. Das könnte man nun damit begründen, dass ja auch der Levelweg und damit die benötigte Zeit länger geworden ist. In Wahrheit ist es aber so, dass ich derzeit einfach keine Lust auf das Leveln anderer Charaktere habe. Generell bin ich viel seltener Online als früher. Klar kann es daran liegen, dass das Spiel mit der Zeit „ausgelutscht“ wirkt, aber das glaube ich nicht. Wenn ich mal Online bin, stehe ich meist in der Garnison oder Orgrimmar herum und mache sonst nicht viel. Die Zeiten, in denen ich Ruf gesammelt habe, um Mounts zu bekommen sind längst vorbei.

 

Ist das Setting Schuld?

Doch woran liegt das? Meiner Meinung nach liegt es zuerst einmal am Setting. Ich mochte Nordend mit dem „Wikinger Setting“ (wenn man es so nennen möchte) gerne und bin auch heute noch gerne dort unterwegs. In Cataclysm ging es so, ich habe die Gebiete nie besonders toll, aber auch nicht schlecht gefunden. Der „Bruch“ kam dann mit Pandaria. Genau erklären kann ich es nicht, aber seit diesem „Asia Overload“ hat das Spiel nicht mehr den Flair, den es früher hatte. Da hat auch Draenor nicht viel geholfen, obwohl ich vor dem Release große Hoffnungen darin gesetzt hatte.

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Generell ist WoD hinter meinen Erwartungen zurück geblieben. Das Garnisons Feature war auf Dauer nicht so toll, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zusätzlich hat man in der Welt selbst kaum etwas zu tun. Klar, mit Patch 6.2 kam der Tanaan Dschungel, aber der macht (zumindest mir persönlich) auch nicht viel Spaß.

 

Ein für Gilden unschönes Raidsystem

Ein anderer Grund für nur einen Charakter auf Level 100 ist das neue „Raidsystem“, bei dem man, wenn man einen Boss tötet, nur noch eine Loot ID bekommt, den Boss aber, im Gegensatz zu früher, so oft töten kann, wie man möchte. Ich habe momentan einfach keinen Grund, einen zweiten Charakter zu leveln. Wenn mal ein Twinkraid ansteht, kann ich auch mit meinem Maincharakter mitgehen. Man muss dazu sagen, dass ich mich in den letzten Jahren auf DKs beschränkt habe, was das aktive Spielen angeht, mein Twink wäre also auch DK gewesen.

Das neue Raidsystem führt mich allerdings zu einen großen Problem in World of Warcraft: Der Zerfall von Gilden. Durch das oben genannte Raidsystem gibt es für die meisten Spieler keinen Grund, abgesehen von der Geselligkeit, einer Gilde beizutreten. Wo es früher sinnvoll war, in einer festen Raidgruppe zu Raiden, um die ID sinvoll zu nutzen, braucht man das heute kaum noch. Selbst wenn sich die „Random Gruppe“ auflösen sollte, steht man nicht mit dem Problem der angefangenen ID da, wo einen früher niemand mehr mitnehmen wollte. Man beißt heute einfach in den sauren Apfel und macht die ersten zwei, drei oder vier Bosse nochmal (ohne Loot), kann danach aber mit hoher Wahrscheinlichkeit Loot abstauben, was früher schwieriger gewesen ist. Das führt dazu, dass Raidgilden kaum noch Mitspieler finden, man muss immer öfter auf Randoms zurückgreifen, die dann nur für einen Tag oder eine ID mitgenommen werden (oder werden möchten). Wenn man Pech hat, ist man dann nichtmal mehr als Gildengruppe unterwegs, was natürlich den Zusammenhalt und die Stimmung in der Gruppe mindert.

 

Fehlender Kontent

Ein weiteres Problem, was wahrscheinlich viel zum Rückgang der Abozahlen beigetragen hat, ist der „fehlende Kontent“. In den anderen Erweiterungen hatte Blizzard hin und 20N7WS08QZ051320933276586wieder neue Instanzen ins Spiel gepatched (z.B. die Stunde des Zwielichts in Cataclysm), die dann mal wieder frischen Wind ins Spiel gebracht haben (abseits von neuen Raids). So hatten zum einen Nicht-Raider mal etwas neues im PvE zu tun und zum anderen hatten die Spieler, die Woche für Woche in ein- und denselben Raid gingen mal etwas Abwechslung. Heute spart man sich neue Instanzen komplett und sagt, man baue keine neuen Instanzen, weil dort ja nur X% der Spieler hineingehen würden und es sich für Blizzard nicht lohnen würde, Zeit in die Dungeons zu stecken. Das ist in meinen Augen eine Unverschämtheit, wenn man bedenkt, dass jeder Spieler 10- bis 15€ pro Monat für das Spiel ausgibt. Da lohnen Shopmounts natürlich mehr, dafür wird ja extra geblecht. Die eigentliche Frechheit sind aber Features wie die S.E.L.F.I.E. Kamera, die (mehr oder weniger) als großes Feature in einem Kontent Patch untergebracht werden, in Wahrheit aber nur eine kleine Verbesserung der Screenshottaste ist. Natürlich kann so etwas auch mal ganz nett sein, aber alle paar Monate mal ein Patch mit eher kleinen Features ist ein bisschen wenig, wenn man in der Zwischenzeit sowieso schon nichts zu tun hat. Von dem Problem, am Ende der Erweiterung ein Jahr lang den gleichen Raid zu haben, bis mal endlich das nächste Addon kommt (weshalb wohl die meisten Spieler erstmal eine Pause einlegen), will ich gar nicht wirklich anfangen.

 

Die Berufe darf man natürlich auch nicht eisenerzvergessen, schließlich hat man mit ihnen früher auch viel Zeit verbracht. Durch die Garnison wurden die meisten Berufe mehr oder weniger überflüssig, klar es gibt hier und da noch Vorteile gegenüber der Garnison, aber zumindest die Sammelberufe sind komplett überflüssig geworden. Früher war ich mal ein fleißiger Bergbau-begeisterter Spieler, der seine überschüssigen Erze verkauft hat. Da das nun jeder in seiner Garnison selbst abbauen kann, ist der Beruf ziemlich überflüssig geworden. Ich gehe mittlerweile nicht mal mehr in die Mine, weil ich nicht weiß, wo ich mit den Erzen hin soll. Mit Legion sollen die Berufe ja noch einmal überarbeitet werden. Ob sich das nun positiv oder negativ auswirken wird, muss man dann schauen.

 

Ist Besserung in Sicht?

Doch was würde mich motivieren, wieder öfter zu spielen (mal davon abgesehen, dass Blizzard mein Geld so oder so bekommt und es aus dieser Hinsicht egal ist, wie oft ich einlogge)? Zum einen, wie oben erwähnt, das Setting. Das sieht bei Legion auf den ersten Blick schon ganz gut aus, den Eindruck hatte ich bei WoD aber auch, für mich heißt es in dieser Hinsicht also: abwarten und Tee trinken. Ich würde mir auch mehr Worldevents wünschen, bzw. dass man innerhalb der Welt merkt, wenn ein Event aktiv ist. Ein gutes Beispiel waren früher die Preevents zu den Erweiterungen, wo sich Beispielsweise zu Cataclysm hin und wieder Elementarrisse auftaten, aus denen dann Elementare kamen. Das ganze passierte dann immer häufiger, je näher die Erweiterung rückte. Auf den Punkt gebracht: ich möchte Events, die man auch in der Welt sieht und keine „Knopf-drück-Browser-Szenarien-die-keinen-Einfluss-auf-den-Rest-der-Welt-haben“. Genau das führt (unter anderem) nämlich zu dem „in der Hauptstadt rumgestehe“.

Was ist eure Meinung dazu? Stimmt ihr mir zu oder eher nicht? Hab ich vielleicht etwas vergessen? Schreibt mir gerne!

 

TL;DR: Zu wenig Kontent, ein blödes Raidsystem, die Berufe sind Doof, wir brauchen mehr Auswirkungen auf die Spielwelt und kein Browsergedöhns. 😉

 

 

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